4.Das Mo(deme)dium



Wie wird Mode nun jedoch genutzt, um eine solche Botschaft zu vermitteln, wie funktioniert Mode? Ein Kleidungsstück kann ein Bild sein, metaphorisch gesehen sowie im dreidimensionalen Kontext. Es kann sich über seine Form, Farbe, Materialität und Tragbarkeit definieren. Allerdings benötigt Mode, wie Marian Frances Wolbers feststellt, wiederum andere mediale Formen, um nicht nur sich selbst zu kommunizieren, sondern ebenso mit der Masse zu kommunizieren. [1]
Mode ist zu sehen als ein Medium, welches oft im Verhältnis zu anderen Medien, die auch alleine als Medium zu beschreiben sind, steht. Mode entsteht, und zwar immer im Kontext.[2]
Die Mode bedarf der Medien, um als solche rezipiert und verarbeitet zu werden. Sie bedarf unbedingt, der Vermittlung.
Vielleicht sollte man an dieser Stelle das Wort Medium definieren, als Beziehungsträger zwischen Produkt oder Produzent und Rezipient. Das Medium wäre dann das, was man mit Bildern, Ton, visuellen und auditiven, emotionalen Eigenschaften füllt, in welcher Form auch immer, um somit eine Botschaft, Nachricht oder ein Gefühl zu übermitteln. Ein Medium kann vielseitig eingesetzt werden. Es kann Werte, Botschaften, Ideen, Stimmungen übertragen.
Interessant ist natürlich wie sich die einzelnen Medien zueinander verhalten und welche Entwicklungen die verschiedenen Dynamiken prägen. Dies wäre jedoch ein anderer Diskurs.
Es muss allerdings verständlich sein, dass sich die „Medien der Mode“[3] nicht vollkommen abgrenzen lassen. Weder von sich, noch von der Mode. Sie sind in einem ständig zueinander agierenden Kontext zu sehen, abhängig voneinander, obwohl unabhängig voneinander. Ein Wechselspiel zwischen agieren und reagieren, feststellen und erläutern.[4]
Generell ist die Frage wann aus Kleidung Mode wird. Ein Kleidungsstück darf dafür nicht nur über eine vor Umweltbedingungen oder Scham schützende Funktion verfügen, sondern muss auch auf ästhetischer Ebene interessant sein. Hierbei ist auch die Idee von etwas Neuem ausschlaggebend. Mode beinhaltet immer die Absicht einen neuen Denkansatz wiederzugeben und ist somit vergänglich. Mode als Medium muss in der Lage sein Emotionen und Stimmungen beim Betrachter beziehungsweise Träger hervorzurufen und eine Idee davon zu vermitteln, was schön ist.[5]

Mode ist also im ständigen Wandel. Sie beinhaltet aber immer eine Referenz an die Vergangenheit, findet im hier und jetzt statt und schafft es eine Ahnung über die Zukunft zu vermitteln.[6]
Schlussendlich muss man womöglich auch davon ausgehen, dass Mode als solche, nur von Menschen, die sich mit der Materie auseinandersetzen, rezipiert werden kann. Für jeden anderen ist es wohl schwierig Kleidung über ihre Funktion hinaus zu einem Phänomen zu deklarieren, welches gesellschaftliche Geschehnisse, Wünsche, Träume und Notstände wiederspiegelt.


[1] Mentges und König 2010, S. 7        
[2] Mentges und König 2010 ebd., S. 147
[3] Mentges und König, 2010, Titel
[4] Venohr, Dagmar: Zur Transmedialität der Mode, In: Mentges, König 2010, S. 144-146.
[5] Lehnert 2015 hg., S.32
[6] Bieger und Reich 2012, S.9

Comments