2.1.Konsumgut!
Konsum ist aber nicht
gleich Konsum. Es ist zu differenzieren zwischen dem stillen des bloßen
Hungers, also dem Befriedigen der Grundbedürfnisse wie Hunger, dem Bedürfnis
sich zu bekleiden oder zu wohnen und dem kulturellen Konsum, der hinausgeht,
über unsere Grundbedürfnisse und diese individuell ausgestaltet und raffiniert,
einhergehend mit unseren persönlichen ästhetischen Bedürfnissen.
Das unser Konsumfeld ständig
erweitert wird, ist im direkten Verhältnis zu den sich stetig ändernden
gesellschaftlichen Strukturen. Es geht nicht mehr darum, wie Marx schon erklärt
hat, einfach nur seine Energien wiederherzustellen, die man während der Arbeit
verbraucht hat. Der Mensch hat die Möglichkeit, weitaus über diese reine
Wiedererneuerung der Kraft zu konsumieren. Viel mehr noch werden gar neue
Bedürfnisse entwickelt, die ohne das andauernde kreieren neuer Produkte gar
nicht vorhanden wären.
Was also wichtig ist zu
erkennen, ist, dass ein enormer Druck auf all die Produktionssphären ausgeübt
wird, die sich entsprechend auf eben diese Erweiterung des kulturellen Konsums,
ausrichten. Sie müssen immer mit der Mode gehen, so ansprechend sein, dass sie
kulturell und auch in Bezug auf die Vermarktung ansprechend sind, also gekauft
oder konsumiert werden. Sie müssen sich an individuelle Bedürfnisse anpassen,
unsere Verhaltensweisen, Ästhetiken und Genussvorstellungen erfüllen und zwar
in einer sich ewig ändernden Form.
Nun stellt sich also die
Frage, der Kritikgedanke, ob sich unsere Kultur zu einer Raupe Nimmersatt[1] entwickelt.
Sind unsere Wunschvorstellungen unstillbar? Sind wir unersättlich? Welche
Auswirkungen hat der ständige Drang nach etwas Neuem? Was kann Mode leisten?
Unersättlich würde
bedeuten, dass wir aus der uns zur Verfügung stehenden Auswahl an Gütern nicht
gesättigt werden könnten, wir immer neue Güter bräuchten. Ressourcen sind
allerdings beschränkt, also würden wir uns vor einem unlösbaren Problem
befinden.
Vielmehr scheint es, als
dass das unstillbare Wollen von den schier unendlichen Auswahlmöglichkeiten
geprägt ist. Denn konsumieren heißt auch immer wieder auswählen. Und das
bedeutet für uns, dass wir einfach nur eine riesige Masse an Gütern haben, die
dasselbe Bedürfnis befriedigen, aber trotzdem unterschiedliche Eigenschaften
haben. Für welches wir uns entscheiden, ist aber hauptsächlich determiniert,
von sozialen Normen, Werten und unserer Erziehung (natürlich auch finanziellen
Mitteln).
Genau hier muss man als
Lieferant von Konsumgütern also ansetzen. Man muss versuchen, aus der großen
Masse hervorzustechen, sich interessant zu machen, gleichzeitig die Bedürfnisse
der breiten Masse zu befriedigen und sich selbst so von der Konkurrenz
abzuheben, dass man als Sieger an der Kasse hervorgeht.[2]
Wie dies funktionieren
kann, liefert uns das folgende Beispiel.
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