2.Mode ist …!



Erst seit wenigen Jahren der langen Geschichte der Mode, ist sie auch mit Massenkonsum zu verbinden. Doch bildet die eigene Soziologie der Mode nur einen kleinen Teil unseres Konsumverhaltens und der Sozialpsychologie.
Mode ist nicht mehr nur Abgrenzungsmittel der höheren Schichten gegenüber dem Proletariat. Es geht nicht mehr um „Minoritäten“. Es geht darum, sich allgemein anzupassen. Also anders als Karl Marx und Lorenz von Stein um 1850 prognostiziert haben[1], ist es nicht die Mittelschicht, die komplett zurücktreten wird und keine modische Rolle mehr spielen wird, vielmehr ist die Mittelschicht herangewachsen zu der modisch angebenden Masse.
Dies sorgt allerdings nicht dafür, wie man gerade unter Betrachtung der heutigen Massenproduktion vielleicht vermuten kann, dass die Masse miteinander verschmilzt und immer grauer und grauer wird, so dass man einander kaum voneinander unterscheiden kann. Viel eher ist es die allgemeine Gleichförmigkeit, die dafür sorgt, dass kleine Nuancen, Details, winzige Unterschiede noch stärker auffallen und den Einzelnen von der Masse differenzieren.

Die neue Mode. Ein einfacher Satz. Drei kurze Wörter. Womöglich ist es gerade die Einfachheit dieses Satzes, die uns die Möglichkeit gibt, ihn auf verschiedene Arten zu interpretieren. Der Begriff Mode[2] bezieht sich schon lange nicht mehr nur auf Kleidung, Accessoires oder Frisuren und Schmuck. Modisch wird oft gleichgesetzt mit dem Wort modern. Das heißt, zu sagen etwas ist „in Mode“ kann sich auf alles beziehen, was allgemein auch als Konsumgut, Verhaltensweise oder Art interpretiert werden kann.

„Mode ist eine auf Imponier-, Geltungs- und Nachahmungstrieb, auf Schmuckbedürfnis, erotische Anziehung, … auf Zeitgeistgeschmack, Sitte und Gesellschaftsform beruhende Art und Weise der äußeren Lebensform. Mode ist somit Selbstdarstellung ebenso wie Ausdruck der Lebens-und Denkweise zumindest einer Gruppe von Menschen in einer Zeit.“

Es ist also wichtig zu erkennen, dass Mode nicht nur die Äußerlichkeit, die Hülle des Menschen umfasst, sondern alles, was ihn in seiner Art ausmacht. Das bedeutet unser Verhalten, so wie die Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, beeinflussen unser Wesen, unseren Charakter und damit unsere Mode. Mode kann also in ihrer Vielfalt auch gleichzeitig als Konsumgut betrachtet werden.[3]




[1] König, 1971, S.238
[2]Denninger und Giese, 2006, S.464
[3]König, 1971, S.254

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