4.1.Mo(dema)gazine
Modekulturen
funktionieren und präsentieren sich über aussagekräftiges Bildmaterial, das sich
in unserem medialen Netz zu neuen Bildern zusammensetzt und in verschiedenen
Kontexten immer wieder neu definiert und interpretiert werden.
Ein Beispiel für Mode im
medialen Kontext der Vergangenheit sind zum Beispiel Gedichte, Lieder,
Erzählungen, die in ihrer Art, im Mittelalter Informationen über Kleider von
Hof zu Hof tragen sollten. Es wird hierbei über Sprache eine Idee von einem
Kleidungsstück vermittelt. Damals noch verachtet, ist es heutzutage
interessant, wie wichtig das Medium Sprache schon damals für die Mode war. Eine
Art Trend[1]
konnte sich damals noch nicht über Bilder in so schneller Form wie heute
verbreiten. Nie gab es zu einem Wort wie „Fransen“ gleich eine unzählige Menge
an Bildern, die Fransen in Kombination mit Schuhen, Taschen, Kleidern oder
Schmuck zeigte. Deshalb war es wichtig, dies mit Worten zu erklären, zu kommunizieren
und zu verbreiten.
Weiterhin gibt es
Illustrationen, die vor allen Dingen im Mittelalter und danach als
Verbreitungs- und Erklärungsmittel für Mode, textile Techniken und Stoffe galt,
wie z.B. Modejournale ab dem 18. Jahrhundert zeigen.
Medien sind die
wichtigste Erfindung, um Informationen zu codieren und weiterzuleiten. In der
Mode tun sie sogar noch viel mehr als dies, sie bilden Geschmäcker und formen
den Konsum.[2]
Modellieren aber auch
Körper und Geschlechtswahrnehmungen. Die Medien der Mode verändern maßgeblich
die Mode. Die Schnelligkeit, die es erlaubt, einen Trend, eine Idee zu
kommunizieren und die scheinbar unendlichen Möglichkeiten, diese sofort und
unmittelbar umzusetzen.
Barthes stellt fest,
dass in Modezeitschriften zwei verschiedene Kleidungen vorgestellt werden.
Die erste ist dabei eine
über Fotografie oder Illustration abgebildete Kleidung. Die zweite ist eine
über die Sprache transformierte, beschriebene Kleidung. Im Grunde genommen sind
sowohl Schrift, als auch als das fotografierte Bild ein Verweis auf die
tatsächliche Kleidung, jedoch haben sie nicht die selbe „Struktur, weil sie
nicht aus dem selben Material gemacht sind und folglich nicht die gleichen
inneren Verhältnisse aufweisen“[3].
Die geschriebene
Kleidung wird zwar über die Sprache kommuniziert, unterliegt dieser aber nicht
komplett. Denn würde man Satzbau, Satzform oder gar bestimmte Wörter verändern,
so müsste die geschriebene Kleidung immer noch mit der tatsächlichen
korrespondieren. Sprache ist also in diesem Sinne ein Transporteur, damit ein
Medium.
Auf der anderen Seite
gibt es auch in der Modefotografie eine eigene „Sprache“, Barthes nennt dies
wie zuvor erwähnt „Struktur“, die sich z.B. von der Dokumentarfotografie
unterscheidet. Kleidung wird immer auch inszeniert und zwar eigens für die
Modefotografie. Dies bedeutet, dass in der Inszenierung und der letztendlichen
Abbildung, der in Szene gesetzten Kleidung, etwas anderes vermittelt wird, als
z.B. in der Dokumentarfotografie. Dieses Übermitteln eines Gefühls, Zustandes
oder bloßen Tatsache, die Kleidung beinhaltet, wird über die Modefotografie
möglich. [4]
Man könnte davon
ausgehen, dass die beiden Strukturen in der realen Kleidung wieder
zusammenfinden. Jedoch gibt es von Grund auf Unterscheide zwischen dem
beschriebenen Kleid und dem abgebildeten, fotografierten Kleid, welches auf
zweidimensionale Formen, Kompositionslinien etc. reduzierbar ist.
Sowohl die Sprache als
auch das Bild verfügen über eigene innere Strukturen, Richtlinien und
Anordnungen. Versucht man nun eine Verbindung zum realen Kleidungstück zu
schaffen, so fällt auf, dass dieses wiederrum auf einen ganz anderen Aufbau
hat. Es liegt einer anderen Herangehensweise zu Grunde. Es mag seinem Abbild
zwar ähneln, doch ist es nicht möglich von einem Foto komplett auf ein
dreidimensionales Objekt zu schließen.
Versucht man nun also
das reale Kleidungstück zu analysieren muss man es auf seine Grundbestandteile
zerlegen und damit auch auf die Art und Weise wie es gefertigt wurde. Laut
Barthes muss diese Art der Struktur deshalb eine „technologische“ sein, die
weder auf der Bedeutungsebene, noch auf der Darstellungsebene anzusiedeln ist,
sondern auf einer materiellen.
Eigentlich versuchen
Bild und Schrift nur über das eigentliche Kleidungstück zu informieren. Sie
dienen also Als Vermittler. Ergeben sich aber auch erst aus der Kleidung
selbst. Gehen wir nun davon aus, dass wir etwas als Medium beschrieben, dass
kommuniziert so muss Kleidung selbst schon kommunizieren, denn nur über Schrift
und Bild wird versucht die eigentliche Information weiter zu verbreiten. Dabei
wird das reale Kleidungsstück immer auch transformiert.
Wenn eine Zeitschrift
ein Kleidungsstück mit Hilfe der Sprache beschreibt, dann nur, um eine
Information zu vermitteln, die keinen anderen Inhalt hat, als die Mode[5]
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